Und täglich grüßt der Wahnsinn

Ich habe mich entschieden, meine erst kürzlich bezogene Heimat wieder zu verlassen. Wohin die Reise gehen soll, wird sich in den nächsten Wochen herausstellen. Alle Signale stehen auf die Stadt, die ich nach meiner Ausbildung verlassen habe. Wo sich D. die nächsten Jahre aufhalten wird.
Zu meinem Glück werden in ein paar Monaten Stellen bei meinem ehemaligen Arbeitgeber neu besetzt.
Zu meinem "Pech" kam kürzlich ein Angebot aus der Stadt, wo mein zukünftiger Ex-Ehegatte wohnt. Tätigkeit: Auf meinem Niveau. Gehalt: Oberklasse. Arbeitsort: Idyllisch. Bonus: Mein Kind kann mehr Zeit mit dem anderen Elternteil verbringen. Der große Haken: Ich werde nie die Antwort auf die Frage bekommen: "Was wäre, wenn ich meine Ausbildungsstadt nicht verlassen hätte? Hätten D. und ich zueinander gefunden?" Die Frage stelle ich mir jeden verdammten Tag und ich finde keine Antwort. Ich sehe D. auf meinem Sofa sitzen; wir trinken ein Glas Wein. Sehe uns gemeinsam kochen und rumblödeln. D. weiß nichts von meinen Plänen, zurückzugehen. Bis die Scheidung durch ist und die Anspannung sich etwas gelegt hat, möchte ich davon nichts preisgeben.
 
Vielleicht bin ich der dümmste Mensch der Welt, wenn ich mir dieses Angebot entgehen lasse. Vielleicht aber auch der Glücklichste, wenn ich mit dem Menschen zusammen sein kann, der es einfach nur durch Anwesenheit schafft, mich zum Strahlen zu bringen. Vielleicht aber auch todunglücklich, wenn ich zurückgehe und nicht die Reaktion kommt, auf die ich so sehr hoffe. Dieses Zwiegespräch geht nun seit ca. zehn Tagen.

1 Kommentar 12.4.15 22:11, kommentieren

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Die Zeit beschleunigen oder wie jemandem begreiflich machen, dass man ganz anders ist?

Momentan gibt es drei große Baustellen in meinem Leben:

1. Aussicht auf neuen Job

2. Ende der Ehe

3. Durch 2. bedingtes Hoffen auf einen Neuanfang mit Durststrecke

Vorab: Ich bin die Ungeduld in Person. Gäbe es ein Bild zum Begriff "Ungeduld", wäre es mit Sicherheit meins. Warten ist Folter. Im Unklaren gelassen werden macht mich wahnsinnig. Bei allen drei Baustellen hilft aber nur das!

Wenn ich Durststrecke bedränge, werde ich auf Granit beißen. Es ist bislang nichts Verwerfliches passiert. Nur ein paar schöne Abende in geselliger Runde bzw. zu zweit etwas trinken. Dennoch habe ich mich wohl gefühlt wie schon lange nicht mehr. Es verschließt sich meinem Verständnis, wenn sich jemand jedes Detail von mir merken kann, obwohl scheinbar kein ernsthaftes Interesse dahintersteht, während der Mensch, mit dem ich so viele Jahre meines Lebens verbracht hab, keine zwei Sätze behalten kann, die ich von mir gebe.

In den nächsten drei Wochen wird sich wohl herausstellen, ob es mit der neuen Stelle klappt. Und auch hier bringt mich das Wartenmüssen an meine Grenzen. Jeden Moment könnte die begehrte Einladung zum Gespräch kommen. Was also tun gegen etwas, das sich nicht ändern lässt? Rauchen. Auf Arbeit. Abends zu Hause. Eigentlich ziemlich dumm. Wo hat sich der Teil von mir versteckt, der locker "Nein" sagen konnte? Ich sollte ihm eine Falle stellen, um ihn wieder hervorzulocken.

2 Kommentare 18.2.15 14:51, kommentieren